Alles, was uns bewegt

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Publiziert am 25.11.2021, von Thomas Wittkopf, Geschäftsführer TELAG

«Whistleblower» sind aktuell in aller Munde. Stellte sich vor kurzem noch die Frage, ob es sich bei Whistleblowern um Verräter oder Helden handelt (NZZ vom 10.10.2018), so gelten sie heute als «Menschen mit Zivilcourage» (NZZ vom 12.6.2021), Vorbilder, die den Mumm haben, einen Missstand aufzuzeigen und zu melden. Sei es #metoo und Diskriminierung am Arbeitsplatz, seien es Korruptions- oder Bestechungsbeobachtungen, seien es Vertuschungsversuche, welche die Produktsicherheit und somit Menschenleben oder Umwelt gefährden: Whistleblower (zu deutsch: Hinweisgebende) spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Missstände aufzudecken oder ihnen proaktiv entgegenzuwirken.

 

Nun ist das Thema Whistleblower und deren Schutz nicht neu. Menschen, welche den Mut aufbringen und teils höchst unbequeme Konsequenzen in Kauf nehmen, wenn sie ihr Schweigen brechen, gab es immer schon. Neu ist, dass diese nun auch durch eine EU-Richtlinie geschützt sind. Die sogenannte «Whistleblower-Richtlinie» tritt am 17. Dezember 2021 in Kraft. Sie verpflichtet Unternehmen zum Schutz der Hinweisgebenden vor Kündigungen und anderen Repressalien. Ab 250 Mitarbeitenden müssen telefonische und digitale Meldekanäle eingerichtet werden, welche die Anonymität der Hinweisgebenden sowie den Informationsfluss zwischen den entsprechenden Stellen im Unternehmen und dem Whistleblower sicherstellen.

 

Wegbereiterin der Whistleblower Hotlines

Neu ist auch das nicht: TELAG hat bereits am 13. Dezember 2004 – ganze 17 Jahre vor Inkrafttreten der Whistleblower-Richtlinie, den Service «Whistleblow» lanciert. Die Aufgabenstellung war damals wie heute dieselbe. Im Factsheet vom Dezember 2004 wird sie wie folgt beschrieben:

 

«Die Whistleblowing Hotline ermöglicht die Anzeige von illegalem, unethischem oder unzulässigem Handeln, wenn sich andere Kommunikationskanäle als wenig effektiv oder unangemessen erwiesen haben. Die Hotline kann von Angestellten, aber auch von Mandanten, Subunternehmern, Lieferanten und anderen genutzt werden, die zum Unternehmen eine Geschäftsbeziehung unterhalten. Um die Unbefangenheit zu gewährleisten, aber trotzdem höchsten Ansprüchen an den Datenschutz und die Sicherheit gerecht zu werden, muss die Whistleblowing Hotline durch einen externen Partner mit globalem Profil erbracht werden.» (TELAG Infobroschüre vom Dezember 2004)

 

Externer Partner mit globalem Profil

Als «externer Partner mit globalem Profil» konnte damals schon TELAG bei Finanzdienstleistern und international agierenden Firmen punkten: 24 Stunden Verfügbarkeit, 29 Sprachen, diverse Zertifizierungen von ISO 9001, ISO 27001 über Good Privacy bis hin zu SOC I Typ II Zertifizierungen für die Finanzwelt - Effektive Hinweisgebersysteme waren schon vor 17 Jahren eine Kernkompetenz der TELAG. Der frühere Geschäftsführer Hans Jürgen Dregger erinnert sich: «24h Verfügbarkeit und damit Erreichbarkeit für alle Mitarbeitenden eines weltweit agierenden Unternehmens mit persönlicher Beantwortung der Hotline waren sicher wichtig. Aber die Bestätigung, dass der Hinweis bei einer unabhängigen Drittpartei angekommen war und von dieser fachgerecht dokumentiert wurde, schaffte enormes Vertrauen bei den Hinweisgebenden und wurde damals von den Befürwortern in den Chefetagen als matchentscheidend für die Zusammenarbeit mit der TELAG bewertet. Meine Sorge galt vor allem, unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf die hochsensiblen Hinweise an der Hotline vorzubereiten. Beschwerden über sexuelle Belästigung entgegenzunehmen und zu dokumentieren, erfordert höchste Sensibilität und Einfühlungsvermögen. Das war damals auch für die TELAG neu und musste entsprechend geschult und trainiert werden»

 

Seinerzeit wie heute werden den Hinweisgebenden zwei Meldekanäle geboten: der telefonische und der digitale Kanal. Wobei der digitale Kanal über die Jahre vom E-Mail in ein mehrfach verschlüsseltes digitales System gezügelt ist, um den Hinweisgebenden ein noch höheres Mass an Sicherheit zu bieten.

 

Was sich ebenfalls nicht verändert hat, ist die Nutzungsempfehlung der Meldekanäle. Hierzu stand in der Broschüre vor knapp zwei Jahrzehnten geschrieben:

 

«Die Whistleblowing Hotline sollte ausschließlich dann genutzt werden, wenn der Anrufer einen Verdacht illegalen Verhaltens anzeigen möchte: bei Rechnungslegungsfragen, in Belangen des internen Kontrollsystems, im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung, bei Wirtschaftskriminalität, bei Bestechung, um Fehlverhalten von Mitarbeitern in Bezug auf professionelle Standards anzuzeigen. Ein automatisches Ticket Tracking-System stellt eine lückenlose Dokumentation jedes Vorgangs sicher und ermöglicht die projektbegleitende Qualitätssicherung. Die verschlüsselte Weitergabe aller Daten über ein CRM-System gewährleistet zudem höchste Sicherheitsstandards.»

 

Neue Standards im systematischen Hinweisgeberschutz

Zwei Dinge haben sich hingegen definitiv geändert. Da ist einerseits die Datenübermittlung: Während die Daten dereinst noch «auf Diskette kopiert und via Kurierdienst versandt wurden», stehen heute der durchgängig digitalisierte Prozess der verschlüsselten Meldungsannahme, Bearbeitung, Dokumentation und Kommunikation im Zentrum der whistleTAG Lösung, der Nachfolgerin der Whistleblow Lösung der TELAG. Im Fokus: die Wahrung der Anonymität der Hinweisgebenden, welche mit whistleTAG zu 100% gewährleistet werden kann.

 

Die zweite grosse Veränderung bezieht sich auf die Wahrnehmung von Whistleblowern in der heutigen Gesellschaft. Als effektives Frühwarnsystem verstanden, schützen Whistleblower Unternehmen, aber auch die ganze Wirtschaft und Gesellschaft vor Korruption und daraus resultierenden Wettbewerbsnachteilen. Prof. Dr. Patrick Krauskopf forscht als Leiter des Instituts für Wettbewerbsrecht und Compliance an der ZHAW an diesem Thema. Er sagt: «Compliance-Verstösse sind niemals zum Vorteil für eine Gesellschaft respektive für ein Unternehmen selbst: Je korrupter ein Land ist, desto mehr wird der Wohlstand gefährdet. Es ist deswegen wichtig, Hinweisgebenden eine geschützte Plattform zu bieten, um die Wettbewerbsfähigkeit und Transparenz eingebettet in eine Unternehmenskultur zu fördern. Die EU hat die Wichtigkeit des Schutzes von Hinweisgebenden jetzt erkannt. In den USA ist der Hinweisgeberschutz bereits gelebte Realität.» (NZZ vom 7.11.2021 und LinkedIn Blog vom 9.11.2021)

 

Pionierin wirksamer Hinweisgebersysteme

TELAG war der Schutz der Hinweisgebenden mittels eines anonymen Hinweisgebersystems seit jeher ein Anliegen. Wir haben deshalb das Hinweisgebersystem in die Zukunft geführt und zusammen mit unseren Partnern Snubes und Akarion einen ganzheitlichen Service namens whistleTAG lanciert. Im Unterschied zu damals wie auch im Unterschied zu anderen Lösungen am Markt, bildet whistleTAG sowohl den telefonischen wie auch den digitalen Meldekanal ab und dient gleichzeitig als Kommunikationsdrehscheibe, Ombudsservice und D&O Versicherung für Führungskräfte und Aufsichtsräte. Sogar für die interne Kommunikation ist im Bedarfsfall gesorgt, damit alle Mitarbeitenden – intern wie extern - wissen, wie sie im Fall des Falles ihren Hinweis sicher platzieren können.

 

«Wir waren mit der Whistleblower Hotline früh am Markt. Grosse Firmen sowie Finanzdienstleister wussten bereits vor 17 Jahren um die Vorteile eines externen Hinweisgebersystems. Jetzt ist die Zeit auch für andere Branchen und KMU reif, welche eine offene und transparente Unternehmenskultur vorleben, um ihren Platz in den globalen Lieferketten zu sichern und ihr Employer Branding zu stärken. Umso grösser die Freude, dass der Gesetzgeber nun unter die Arme greift und dem Thema neuen Schub verleiht», freut sich Hans Jürgen Dregger.